"Wieso schickt ihr noch Missionare nach Übersee? Gibt es nicht bei uns genügend Menschen, die zu missionieren wären?" So fragen heute viele. Ein christlicher Liedermacher ist stolz, daß seine Lieder nicht den "typischen Missionsgeruch" haben. Ein Notfallseelsorger betont, daß er bei einem Unfall die Verletzten und ihre Angehörigen nicht "missionieren" möchte - er will ihnen "nur" in ihrer schwierigen Lebenssituation beistehen. Manche sagen sehr direkt: "Ich will mich nicht missionieren lassen". Dagegen verwenden wir in der Alltagssprache das Wort "Mission" viel unbefangener. Weder eine "Weltraummission" noch ein Diplomat, der in schwieriger Mission unterwegs ist, werden beargwöhnt. Mit dem Slogan "Mission Zukunft" wirbt eine Unternehmen für seine neuesten Produkte.
Das Gespräch darüber im Kirchenvorstand oder in Gemeindegruppen soll bisherigen Aktivitäten neuen Schwung geben oder zu neuen Schritten anregen.
1. Ist das Wort "Mission" noch brauchbar?
Bei einem Gemeindefest diskutiert eine kleine Gesprächsgruppe. Es geht darum, ob und wie sich die Gemeinde an einem Entwicklungsprojekt zum Bau von Brunnen in einem Dorf in Tanzania beteiligen kann. Dabei fällt auch das Stichwort "Mission". Schnell tritt zutage, daß es unterschiedliche Auffassungen dazu gibt. Manche wissen, daß die Kirchen auf der Südhalbkugel unserer Erde eine große Anziehungskraft und Ausstrahlungskraft haben. Sie sind aus der Missionsbewegung der Kirchen in Europa und Amerika entstanden.
Andere sehen die Geschichte der Mission sehr kritisch. Für sie ist die christliche Mission vorrangig mit der kolonialen Eroberung und mit der Mißachtung einheimischer kultureller Traditionen, mit Leid und Schuld verbunden. Jedoch haben die Missionare auch große Verdienste um die Bewahrung der Kultur dieser Völker. Die Übersetzung der Bibel erfordert eine genaue Kenntnis der Lebensgewohnheiten und Kultur. Die einheimischen Sprachen werden dadurch bewahrt und in ihrer Bedeutung für die bodenständige Kultur hervorgehoben. Es ist eindrucksvoll zu erleben, mit welcher Freude Christen in Afrika oder Asien von ihrem Glauben erzählen und ihre Begeisterung in Gesängen und Tänzen ausdrükken. Es ist die Dankbarkeit für die Befreiung und die Hoffnung durch den Glauben an Jesus Christus.
In Deutschland nimmt die Zahl derer zu, die nicht in ihrer Familie zum christlichen Glauben geführt worden sind. Es ist manchmal erstaunlich, mit welcher Freude Jugendliche oder Erwachsene davon sprechen, daß sie vor kurzem getauft wurden. Sie haben eine neue Lebensart für sich entdeckt. Sie sind dankbar, daß Christen sie angesprochen und ihnen den Glauben nahegebracht haben.
Weltweit und in unserem eigenen Lebensbereich brauchen wir die Mission als Einladung zum Glauben. Nach wie vor ist trotz mancher Vorurteile der Begriff "Mission" unverzichtbar. Es lohnt sich die Mühe, diesem Begriff wieder einen guten Klang zu geben und das Anliegen der Mission tatkräftig aufzunehmen.
2. Die moderne "Globalisierung" und die christliche Ökumene durch die Jahrhunderte
Die christliche Kirche hat sich global verstanden, lange bevor der Begriff "Globalisierung" erfunden wurde. Das Römische Weltreich erhob mit der Forderung "ein Gott, ein Kaiser, ein Reich" den Anspruch einer Weltherrschaft über viele Nationen. Dem setzte die Kirche von Anfang an die Vision einer weltweiten christlichen Ökumene entgegen. Während das römische Prinzip auf Vereinheitlichung zielte, entwickelten die Christen die Vision einer weltweiten Gemeinschaft von Ortsgemeinden und lokalen Kirchen, die einander in ihrer Vielfalt akzeptierten. Hier gab es keine Ausgrenzung. Auch Sklaven und diejenigen, die aufgrund ihrer andersartigen Lebensgewohnheiten "Barbaren" genannt wurden, fanden ihren Platz in der christlichen Gemeinde.
Wir können uns heute dem Prozeß der Globalisierung nicht entziehen. Er ermöglicht neue Formen der Kommunikation und Teilhabe, der Solidarität und Gemeinschaft. Das sollten wir nutzen und fördern. Hingegen haben wir uns zu wehren gegen ein eingrenzendes Verständnis der Globalisierung im Sinne einer Ideologie der grenzenlosen Weltwirtschaft nach dem Prinzip des Marktes. Es besteht dann die Sorge, daß auch Menschen und Völker "vermarktet" werden, globale Flüchtlings- und Migrantenströme entstehen und ein großer Teil der Weltbevölkerung ins Abseits gedrängt wird.
Die Ausbreitung der Kirche in den ersten Jahrhunderten beruhte auf einem alternativen Modell von Ökumene. Seit dem 18. Jahrhundert ist die von Europa und Nordamerika ausgehende Mission die Mutter der ökumenischen Bewegung geworden, mit der Absicht, das Zusammenwirken der Kirchen in den Missionsgebieten zu stärken.
Heutzutage brauchen wir eine Vision von Kirche, die die Vielfalt der kulturellen Ausdrucksformen unseres gemeinsamen Glaubens wahrnimmt und für unser eigenes Leben fruchtbar macht. Vor einigen Jahren formulierte Ernst Lange: "Die Kirche der Zukunft wird ökumenisch sein, oder sie wird keine Zukunft haben". Wir können ergänzen: "Die Kirche der Zukunft wird missionarisch sein, oder sie wird keine Zukunft haben".
3. Was meint "Mission vor der eigenen Haustür"?
Daß wir in Europa Christen sind, verdanken wir hauptsächlich der Missionstätigkeit des Apostels Paulus. Von Jerusalem und Antiochien ausgehend kam über Kleinasien das Christentum nach Europa. Missionare aus Italien und dem Frankenreich sowie iroschottische Mönche haben das Christentum im Gebiet Deutschlands beheimatet. Später sind aus unseren Kirchen Missionare und Missionarinnen in alle Welt gegangen.
Heute beklagen wir eine zunehmende Entchristlichung. Wie können Menschen den Faden, der zum Glauben und zur Kirche abgerissen ist, wieder anknüpfen? Wie können wir Menschen, deren Eltern und Großeltern schon nicht mehr der Kirche angehörten, neu für Christus gewinnen? Mission beginnt nicht erst dort, wo die Palmen wachsen.
Sowohl im Osten Deutschlands, wo vielen der Glaube "gründlich ausgetrieben" wurde, wie auch im Westen Deutschlands wird Mission im eigenen Lebensumfeld notwendig. Immer mehr Menschen leben ohne einen lebendigen Kontakt zur Kirche. Die Selbstverständlichkeit christlicher Lebensformen in den Familien, im Alltag und am Sonntag schwindet. Deshalb sind auch im Lebensumfeld der eigenen Gemeinden Aktivitäten wichtig, die zum christlichen Glauben und zur Gemeinschaft der Christen einladen und Menschen ansprechen, die bisher keine Verbindung zu Gemeinde hatten ("Mission"). Daneben geht es darum, auf Getaufte zuzugehen, die den Kontakt zur Gemeinde verloren haben, sowie um die Vertiefung des Glaubens (herkömmlich auch "Evangelisation" genannt). Für uns kann beispielgebend werden, wie Kirchen und Christen, die erst vor kurzem aus der Mission hervorgegangen sind, nun selbst für die Mission und Evangelisation in ihren Ländern aktiv sind.
4. Einige theologische Basisinformationen
Unser Gott ist ein Gott der Mission. Die Sendung Jesu Christi und des Heiligen Geistes ist der deutlichste Ausdruck des "missionarischen" Wirken Gottes: "Gott hat die Welt so sehr geliebt, daß er seinen einzigen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben" (Johannes 3,16). Bis heute führt der lebendige Christus diese Mission fort, "damit sie das Leben in seiner Fülle haben" (vgl. Johannes 10,10). Dazu gehört sein Zuspruch, die Korrektur und die Inanspruchnahme unseres Lebens. Sobald sich die Gemeinde bewußt in die Bewegungsrichtung Gottes auf andere Menschen zu hineinstellt, wird sie zum Träger des Missionsauftrages Gottes. Dieser schönen und fordernden Aufgabe gilt der Zuspruch Christi im Missionsbefehl: "Ich bin bei euch alle Tage" (Matthäus 28,20).
Der dreieinige Gott ruft die Glaubenden und die Kirchen zur Teilnahme an seiner Mission. Durch ihr Zeugnis und ihren Dienst will Gott zum Menschen kommen. Daher ist es unsere Aufgabe und "Mission", anderen Menschen die Barmherzigkeit und Liebe Gottes in Wort und Tat nahezubringen: "Gott will, daß allen Menschen geholfen wird und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen" (1.Timotheus 2,4). Die Mission Gottes zielt darauf, daß sich am Ende sein guter Wille sichtbar und vollkommen durchsetzt und wirksam wird. Darauf hoffen wir, wenn wir beten: "Dein Reich komme!" Doch solange wir auf dem Wege sind, brauchen wir die wache Aufmerksamkeit für die jetzt schon sichtbaren, ermutigenden Zeichen der Gegenwart des Reiches Gottes unter uns.
Wo von Mission die Rede ist, kann es nicht um selbstgewählte Ziele nach Geschmack und Gutdünken gehen, nicht um Überrumpelung oder billige Überredung. Mission muß werbend und informierend geschehen, zwar offensiv, aber ohne Aggressivität und Militanz. Wir brauchen die Geduld zum Dialog und die Fähigkeit, über die eigene Hoffnung Rechenschaft abzulegen (1. Petrusbrief 3,15).
Ein solches Verständnis von Mission "in dialogischer Existenz" -vor der eigenen Haustür oder weltweit- ist erfüllt von dem Wunsch, sich anderen mitzuteilen und mit ihnen zu teilen, was uns kostbar ist und sich als tragfähige Lebenserfüllung in den Herausforderungen des Lebens erwiesen hat. Menschen, die ehrenamtlich in der Kirche mitarbeiten, gelingt es erfahrungsgemäß leichter, Fernstehenden einen neuen Zugang zum Glauben zu zeigen. Sie sind die "natürlichen Missionare". Es kommt nur darauf an, die "Naturtalente" mit ihren jeweiligen Gaben zu entdecken, zu fördern und miteinander "ins Spiel" zu bringen. Manchen fällt es leichter, mit dem guten Wort zu helfen, anderen liegt das Tun näher - und beides gehört zusammen. So hat es seinen guten Sinn, daß missionarisches Handeln auch als "die Körpersprache des ganzen Leibes Jesu Christi" bezeichnet wird (vgl. Römer 12, 4 ff; 1. Korinther 12,12 ff.).
5. Mission, die nicht den ganzen Menschen berücksichtigt, ist eine halbe Sache
Mission ist Zeugnis von Gottes Liebe in Christus durch Verkündigung und Dienst. Bereits im Wirken Jesu gehören Gottes- und Nächstenliebe zusammen. Neben dem Missionsbefehl Jesu steht das Gebot der Nächstenliebe. Leib und Seele, Bedürfnisse geistlicher und materieller Art gehören zusammen. Darum geschieht das christliche Zeugnis in Wort und Tat. Deshalb sind die Kirchen mehr denn je gefragt, die Trägerschaft von Entwicklungsprojekten zu übernehmen.
Zum ganzheitlichen Verständnis von Mission gehört auch der politische Bereich. Die Kirchen in Übersee stellen in ihren Ländern vielfach bedeutende politische Faktoren dar. Sie sind herausgefordert, angesichts von Kriegen und Turbulenzen in vielen Regionen die Demokratisierung und die Durchsetzung der Menschenrechte zu unterstützen sowie zur Überwindung von Armut und Analphabetentum beizutragen.
Auch bei uns haben wir neu entdeckt, wie Glauben und Leben zusammengehören. Viele Gruppen und Kirchengemeinden engagieren sich für das Weitergehen des Konziliaren Prozesses. Sie entwickeln Aktivitäten für mehr Gerechtigkeit, für die Überwindung von Gewalt und zur Erhaltung des Friedens und zur Bewahrung der Schöpfung. Dabei entdecken sie, welche starken Impulse und welche Hilfe zur Orientierung vom Glauben an Jesus Christus ausgehen.
6. Mission im Gegenverkehr - oder: was können wir von anderen lernen?
Die Missionswerke senden nicht nur Missionare und Missionarinnen nach Übersee, sondern organisieren auch den Einsatz von Mitarbeitern aus Übersee in deutschen Gemeinden. Sie sollen als Missionare und "Brückenbauer" bei uns wirken. Die Missionswerke geben Erfahrungen und Impulse aus anderen Kirchen weiter als Anregungen für unsere Gemeinden.
Die Kirchen leben nicht nur für sich, sondern sind aufeinander angewiesen, um ihre Gaben zu teilen. Deshalb unterhalten viele Gemeinden und Kirchenkreise partnerschaftliche Beziehungen zu Christen in Übersee. Dies ist eine Bereicherung für das geistliche und gemeindliche Leben bei uns und den Christen in Übersee.
Die partnerschaftliche Zusammenarbeit geschieht durch Austausch von Briefen, Besuche, gemeinsam gestaltete Gottesdienste, Fürbitte und durch Unterstützung von Projekten. Die Partnerschaftsgruppen brauchen dazu fachkundige Begleitung, Koordination und Vernetzung ihrer Arbeit sowie Ermutigung.
Zu einer aufrichtigen Partnerschaft gehört auch die kritische Rückfrage und die Sorge um das christliche Leben und Zeugnis der Partnerkirchen im Lebenszusammenhang ihrer jeweiligen Gesellschaft. Die Christen aus Übersee kritisieren bei uns die Entkirchlichung und den Individualismus, die Auflösung von Ehe und Familie, das fehlende Gemeinschaftsbewußtsein und die sexuelle Beliebigkeit. Wir lernen von ihnen, mit welcher Selbstverständlichkeit und Spontaneität sie Jesus Christus persönlich bezeugen, von Gott reden und ihren Glauben praktizieren. Die Zugehörigkeit zur Gemeinschaft der Christen ist ein wesentliches Fundament ihres Lebens.
7. Einige Fragen und Impulse zum Anfangen und Weitermachen
7.1 Wie geschieht Mission vor der eigenen Haustür und über den Gartenzaun?
Nur solche Leute, die gern Christen sind, können heute andere für Christus gewinnen. Dazu müssen wir uns selbst über unseren Glauben klar und "selbstbewußt" werden. "Wer Zeugnis geben will", so forderte Prof. Choong Chee Pang 1997 anläßlich der Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes in Hongkong, "muß wissen, was der Inhalt der Botschaft ist." Wenn der Glaube im eigenen Leben erkennbar wird und Christen "sich kenntlich machen", kommt es nicht auf viele oder geschliffene Worte an. Eine schlichte Sprache, auch unfertiges oder tastendes Reden vom Glauben macht die Zugangsschwelle niedriger. Viele öffnen sich der Botschaft des Glaubens erst dann, wenn auch sie selbst zu Wort kommen und aussprechen können, was sie verstanden haben und was nicht.
7.2 Ökumenisches Lernen leicht gemacht
Aus der Begegnung mit Christen in anderen Kontinenten lernen wir, daß dort der christliche Glaube vielfach als neu und attraktiv erfahren wird. "In Asien herrscht noch das apostolische Zeitalter", sagte Prof. Choong Chee Pang. Christen anderer Länder können uns helfen, daß wir Christen in Deutschland das Zeugnis von unserem Glauben fröhlich und engagiert weitergeben.
7.3 Statt Abschottung die Begegnung mit anderen Religionen und Lebensauffassungen suchen
Nicht nur in den Städten, auch in Dörfern leben in unserer Nachbarschaft Menschen anderer Religionen, die ihren Glauben sehr ernst nehmen. Andere hingegen sagen, daß sie mit Religion "nichts am Hut haben". Zum glaubwürdigen Zeugnis der Kirche heute gehört das Gespräch und die Auseinandersetzung mit anderen Religionen und säkularen Lebenseinstellungen. Wir leben in einer multireligiösen Gesellschaft. Missionarisches Zeugnis muß den Dialog mit Menschen anderen Glaubens und mit Menschen ohne Glauben oder mit schwachem Glauben aufnehmen.
Die Art, wie Jesus dialogisch einladend mit Menschen umging und sie in ihrer Eigenständigkeit ernst nahm, kann uns in diesem Zusammenhang eine große Hilfe sein. Dann sind Mission und Dialog keine Gegensätze. Der Ökumenische Rat der Kirchen hat bereits 1979 formuliert: "Als Christen glauben wir, daß Christus in diesem Dialog mit einem anderen Menschen zu Wort kommt, daß er sich denen offenbart, die ihn nicht kennen, und daß er hier das begrenzte und verzerrte Wissen derer korrigiert, die ihn kennen."
7.4 Mission, Ökumene und Entwicklung gehören untrennbar zusammen
Damit alle Menschen ein auskömmmliches Leben haben, gehört die Überwindung von Armut und Ungerechtigkeit zu den zentralen Aufgaben einer nachhaltigen Entwicklung.
Augenmaß und Einfühlung können verhindern, daß unser guter Wille und die Hilfsbereitschaft zur "Zwangsbeglückung" werden. "Menschen können nicht entwickelt werden, sie können sich nur entwikkeln", mahnte Julius Nyerere, der frühere Präsident von Tanzania. Zur "Entwicklung" braucht der Mensch das Brot zum Leben und das Brot des Lebens. Es reicht nicht die gute Absicht, den leiblichen Hunger der Menschen zu stillen, wenn wir die Seele dabei hungrig lassen - und umgekehrt. Diese missionarische Aufgabe können wir nur mit anderen, also in ökumenischer Gemeinschaft anpacken.
8. Angebote, Adressen und nützliche Hinweise
8.1
Die regionalen Missionswerke nehmen für ihre jeweiligen Trägerkirchen die ökumenisch- missionarischen Aufgaben in der Verbindung zu den ausländischen Partnerkirchen wahr. Sie entsenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in die Dienste der Partnerkirchen im Ausland. Dabei konzentrieren sie sich in Absprache untereinander jeweils auf bestimmte Länder. Sie vermitteln aber auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Partnerkirchen in ökumenische Einsätze in Deutschland. Einige Missionswerke engagieren sich in der Arbeit mit Migrantinnen und Migranten im Rahmen ihrer Landeskirchen.
Die Dienste in den Partnerkirchen in Afrika, Asien, im Pazifik und in Lateinamerika umfassen auch ökumenisch-missionarische oder diakonische Praktika sowie technisch-handwerkliche oder pflegerische Dienste, zum Teil auch für anerkannte Zivildienstleistende ("Anderer Dienst im Ausland"), wenn die Arbeitsstellen von der zentralen Behörde für Zivildienste der Bundesrepublik Deutschland anerkannt sind.
Auskünfte über Auslandsdienste bietet die Broschüre "Informationen für einen Übersee-Dienst", herausgegeben vom Evangelischen Missionswerk in Deutschland (EMW), Normannenweg 17-21, 20537 Hamburg, Tel. 040/254 56-0. Dort sind auch die Studienhefte "Plädoyer für Mission" und "Gemeinden auf neuen Wegen" erhältlich. Im Missionsseminar des Ev.-luth. Missionswerkes in Niedersachsen werden theologische Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu ökumenisch- missionarischen Auslandsdiensten ausgebildet. Über Praktika, Auslandsstudium und -vikariat informiert die Broschüre "Theologie im Horizont der Ökumene", herausgegeben vom Kirchenamt der EKD, Herrenhäuser Straße 12, 30419 Hannover, Tel. 0511/27 96-0.
Die regionalen Missionswerke vermitteln, begleiten und koordinieren ökumenische Partnerschaften auf den Ebenen von Kirchenkreisen, Gemeinden und kirchlichen Einrichtungen. Sie bieten über ihre Tagungszentren bzw. Ökumenischen Werkstätten Veranstaltungen zum Themenkreis" Mission, Ökumene und Entwicklung" an. Außerdem stehen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu Diensten in Gemeinden und Gruppen für Gemeindefeste, Missions- Gottesdienste, Vorträge und Seminare zur Verfügung.
Die Medienstellen der Missionswerke geben regelmäßig Missionszeitschriften heraus. Sie bieten zu länder- und kirchenbezogenen sowie missions- und ökumenekundlichen Themen Literatur, Arbeitsmaterialien und audiovisuelle Medien an. Auch die kirchlichen Medienzentralen halten Arbeitsmaterial bereit.
8.2
Das Gemeindekolleg der Vereinigten Evang.-Luth. Kirche Deutschlands (Berlinstraße 4-6, 29223 Celle, Tel. 05141/ 53014) bietet Kirchengemeinden verschiedene Projekte an, die dazu helfen, in Deutschland den missionarischen Dialog aufzunehmen und in der Begegnung mit anderen die eigene Ausdrucks- und Sprachfähigkeit im Glauben zu entwickeln.
Zu den Angeboten des Gemeindekollegs gehören u.a. ein Projekt zur Öffnung des Kirchenraumes ("Kirchen erzählen vom Glauben") sowie das Projekt GOTTESDIENST LEBEN, das Impulse für den Brückenschlag zwischen Sonntag und Alltag gibt. Mit den Projekten "MITEINANDER - Christen laden ein zum Feiern" und "neu anfangen- Christen laden zum Gespräch ein" liegen zwei Modelle vor, wie der Glaube gemeindeübergreifend in einer ökumenischen Aktion für eine Region ins Gespräch gebracht werden kann.
8.3
Die Arbeitshilfe "Zum Glauben einladen: Modelle missionarischen Gemeindeaufbaus, Aktionen einladenden Gemeindelebens und Ansprechende Formen der Evangelisation" ist erhältlich über die Evangelische Landeskirche in Württemberg, Gänsheidestr. 2 und 4, 70184 Stuttgart, Tel. 0711/ 21 49-0.
Schlußbemerkung
Diese Gesprächsanregungen nehmen die Anregung der 9. Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes in Hongkong ( Juli 1997) auf, "die Mitgliedskirchen zu einem erneuten Engagement für gemeinsames Zeugnis an jedem Ort und überall aufzurufen und darauf zu achten, daß die ökumenische Aufgabe der Verwirklichung der Einheit unter den Kirchen in Mission und Evangelisation zum Ausdruck kommen kann". Sie wurde verfaßt unter Beratung des Gemeindekollegs Celle von Mitgliedern des "Ausschusses für kirchliche Zusammenarbeit in Mission und Dienst" der Vereinigten Evangelisch- Lutherischen Kirche Deutschlands und des Deutschen Nationalkomitees des Lutherischen Weltbundes.
Impressum
Herausgegeben vom
"Deutschen Nationalkomitee des Lutherischen Weltbundes"
Erarbeitet vom
"Ausschuß für kirchliche Zusammenarbeit in Mission und Dienst der Vereinigten Evangelisch- Lutherischen Kirche Deutschlands und des Deutschen Nationalkomitees des Lutherischen Weltbundes"
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