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Vom Sonntag her leben - Die Trinitatiszeit

11. Sonntag nach Trinitatis

Ich danke dir, Gott, dass ich nicht bin wie die andern Leute: Ein Satz, vorstellbar nicht nur im Mund des Pharisäers, der mit Recht auf seine guten Werke stolz sein darf, sondern auch im Mund eines bekehrten Zöllners, der seiner besonderen Rolle in diesem Gleichnis (Evangelium Lk 18,9-14) innewird. Das zeigt, dass auch Demut zu Hochmut werden kann, wenn einer sie sich als Leistung zurechnet, die ihn von anderen unterscheidet.

Die Epistel Eph 2,4-10 bringt das auf den dogmatischen Punkt: »Denn aus Gnade seid ihr selig geworden durch Glauben ... nicht aus Werken, damit sich nicht jemand rühme.« Die alttestamentliche Lesung 2 Sam 12,1-10.13-15a erzählt, wie der Prophet Nathan den großen König David überführt: »Du bist der Mann!« David bekennt seine Sünde und wird gerettet; das Kind aber stirbt — eine Geschichte, die deutlich andere Akzente setzt als das Evangelium und deshalb nur auf den ersten Blick dazu ›stimmt‹.

Unterschiedliche Lesarten finden sich auch in den Tagesgebeten: Das erste betont Gottes »Erbarmen und Verschonen«. Das zweite warnt vor Selbstüberschätzung. Das dritte sieht auch dort Sünde am Werke, wo sich einer zu gering schätzt, und bittet deshalb: »Zeige uns, wer wir wirklich sind.« Wird das Wochenlied EG 299 gesungen (und dazu vielleicht noch die alttestamentliche Lesung vorgetragen), erhält der Gottesdienst insgesamt einen starken Bußakzent.

Liturgische Farbe: grün
Evangelium: Lk 18,9-14
Predigt: Mt 21,28-32
Wochenlied
:  Aus tiefer Not schrei ich zu dir (EG 299)

Fürbitten für den 11. Sonntag nach Trinitatis
(4. September 2011)

Gott, du Herr unseres Lebens,
du kennst uns.
Du weißt, was wir tun und was wir unterlassen.
Du schaust uns ins Herz.
Du siehst unsere Sehnsucht,
das Richtige zu tun und das Falsche zu meiden.
Wir bitten dich:
Leite uns.
Lehre uns durch dein Wort
und hilf uns, nach deinem Willen zu leben.

Gott, du Herr dieser Welt,
du kennst die Armen und Bedrängten.
Du siehst, wie sie leiden.
Du weißt, was sie brauchen.
Du kennst ihre Hoffnungen.
Wir bitten dich
um Essen für die Hungernden,
besonders denken wir an die Hungernden in Ostafrika,
um sicheres Geleit für die Flüchtenden,
 besonders denken wir an die Flüchtlinge auf dem Mittelmeer,
um Frieden
besonders denken wir an die Menschen in Libyen und in Afghanistan.
Wir bitten dich:
Lass uns Christus folgen, der das Leid der Welt getragen hat.
Lehre uns durch dein Wort
und hilf uns, nach deinem Willen zu leben.

Gott, du Schöpfer und Trost der Verzweifelten,
du hast deine Schöpfung mit Schönheit beschenkt.
Du siehst, wie deine Geschöpfe leiden.
Du hörst ihr Seufzen.
Wir bitten dich
für alle, die unter dem Klimawandel leiden,
für die Opfer von Dürre, Stürmen und Fluten.
Wir bitten dich für unsere Kinder
in ihrer Angst vor den Folgen des Klimawandels.
Wir bitten dich:
Komm mit deiner heilenden Gegenwart.
Lehre uns durch dein Wort
und hilf uns, nach deinem Willen zu leben.

Gott, du Herr der Mächte und Gewalten.
Du siehst die Regierenden in ihrem Tun.
Du kennst ihre Motive.
Du weißt, was dem Wohl aller dient.
Wir bitten dich
für die Mächtigen
um Weisheit in ihren Entscheidungen
und Respekt, vor denen, die ihnen anvertraut sind.
Wir bitten dich:
Breite deinen Frieden aus.
Lehre uns durch dein Wort
und hilf uns, nach deinem Willen zu leben.

Gott, du Herr deiner Kirche.
Du hast uns berufen.
Du schenkst uns Gemeinschaft.
Du kennst unseren Glauben.
Wir bitten dich
für alle Christen,
um Einheit untereinander,
um Glaubwürdigkeit im Reden und Handeln,
um Mut, dich zu bezeugen.
Deine Liebe sei gegenwärtig,
wann immer zwei oder drei in deinem Namen versammelt sind.
Wir bitten dich:
Sei in unserer Mitte.
Lehre uns durch dein Wort
und hilf uns, nach deinem Willen zu leben.

Dies bitten wir im Vertrauen auf Jesus Christus,
deinen Sohn, unseren Bruder und Herrn.
Amen.

Einführende Informationen zum Wochengebet

Weitere Gebete zu den Sonn- und Festtagen