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VELKD: Eine Kirche

Rechtfertigungslehre heute - Festakt in Wittenberg (2./3.3.2008)

Im Rahmen eines Festgottesdienstes am 2. März 2008 erinnerte die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD) in der Schlosskirche zu Wittenberg an ihre Gründung vor sechzig Jahren – am 8. Juli 1948 in Eisenach. „Die Einsichten Martin Luthers sind im Kern nicht überholt“ – darauf wies der Leitende Bischof der VELKD, Landesbischof Dr. Johannes Friedrich (München) in seiner Predigt hin. Ihm liege daran, „dass wir Luthers Einsichten auch heute aufnehmen, denn sie helfen uns“. Dies gelte insbesondere für die biblische Botschaft von der Rechtfertigung des Menschen allein aus der Gnade Gottes. Diese „Botschaft von der bedingungslosen Liebe Gottes könnte auch heute noch so vielen Menschen gut tun“.
--> zur Pressemitteilung vom 02.03.2008

Die Predigt des Leitenden Bischofs der VELKD, Dr. Johannes Friedrich, können Sie HIER im Wortlaut lesen.

Die VELKD fühlt sich nach den Worten ihres Leitenden Bischofs der Aufgabe verpflichtet, den „reformatorisch-theologischen Grundwasserspiegel in den Gemeinden hoch zu halten“. Beim Festakt zum 60-jährigen Bestehen der VELKD unterstrich Friedrich die Bedeutung dieses Zusammenschlusses von acht lutherischen Kirchen. So hätten die lutherischen Kirchen in ihrem Bekenntnis die Kraft erkannt, „welche die Kirchen bei ihrer Sache hält und zugleich die Möglichkeit bietet, Gemeinsamkeit im Bekenntnis über territoriale Grenzen hinweg zu konstituieren“.
--> zur Pressemitteilung vom 02.03.2008

Lesen Sie HIER das Grußwort des Leitenden Bischofs der VELKD im Wortlaut.

Ohne die Erfahrungen der Anerkennung und des Angenommenseins werden Menschen seelisch krank. Darauf wies Prof. Dr. Wilfried Härle (Heidelberg) in seinem Festvortrag unter dem Thema „Rechtfertigung heute“ zum 60-jährigen Bestehen der VELKD hin. Dabei bekräftigte er die zeitlose Bedeutung der Rechtfertigungslehre Martin Luthers, wonach der Mensch allein aus Gottes Gnade gerecht ist. Dieses Thema sei keineswegs überholt oder altmodisch, so Härle. Es gehe um die Frage, wer denn eigentlich letztgültig darüber entscheide, ob ich als Mensch akzeptabel bin – meine Mitmenschen, ich selbst oder Gott. Die lutherische Rechtfertigungslehre besage, „dass wir uns unsere Anerkennung und unser Lebensrecht, unseren Wert und unsere Würde nicht erst verdienen müssen, weil uns dies alles immer schon von Gott gratis mit unserem Dasein gegeben ist“, hob Prof. Härle hervor, der in Heidelberg Systematische Theologie lehrt. 
--> zur Pressemitteilung vom 02.03.2008

Den Festvortrag von Prof. Wilfried Härle können Sie HIER nachlesen.

Auch die Bischofskonferenz der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) hat sich bei ihrer Klausurtagung, die anlässlich des 60-jährigen Jubiläums der VELKD in Wittenberg stattfand, mit dem Thema „Rechtfertigung heute“ befasst. Sie hat ein Votum zur aktuellen Bedeutung der Rechtfertigungslehre verabschiedet. Die Bischofskonferenz ermutigt damit alle Pfarrerinnen und Pfarrer, diese befreiende Botschaft immer wieder neu auszulegen und Erfahrungen der Anerkennung und des Angenommenseins in den Predigten Raum zu geben. 
--> zur Pressemitteilung vom 03.03.2008