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Vom Sonntag her leben - Die Trinitatiszeit

15. Sonntag nach Trinitatis

Verlockend anzusehen und gut zu essen: Der Mensch hat es gut im Garten Eden. Er darf bauen und bewahren, er darf ernten und essen. Die alttestamentliche Lesung 1 Mose 2,4b-9(10-14)15 schildert eine ungetrübte Idylle, wäre da nicht jenes fatale Gewächs der »Erkenntnis des Guten und Bösen«, das freilich erst später seine verhängnisvolle Wirkung entfaltet. Sorgt nicht: Was im Paradies Sinn macht, wirkt angesichts der gegenwärtig gegebenen Lebensbedingungen als Zumutung (Evangelium Mt 6,25-34). Oder geht es darum, das verlorene Paradies herbeizureden, herbeizuglauben, herbeizuleben? Entscheidend ist der Hinweis auf den Vater, den großen Gärtner, der auch heute noch Vögel und Lilien und Menschen schmückt und ernährt.

Entscheidend ist aber auch der Hinweis auf das Reich und seine Gerechtigkeit (V. 13): Der Garten ist nicht auf ewig verloren. Wer danach ›trachtet‹, bekommt schon jetzt von seinen Früchten zu kosten. Und die heißen: Vertrauen, Geborgenheit, Freiheit, Liebe... »Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch«, heißt es in der Epistel (1 Petr 5,5c-11), und das angesichts des Widersachers, der als brüllender, hungriger Löwe durch diese Welt geht. Wirklich gerecht wird dem allein das erste Tagesgebet, wenn es formuliert: »Reiße uns los von dem, was uns schadet«. Dann mag man auch mit dem dritten beten: »Wir bitten dich um die Sorglosigkeit, die dir vertraut.« Denn seinen Freunden gibt er’s im Schlafe (Eingangspsalm 127). Siehe den Menschen — im Paradies.

Liturgische Farbe: grün
Evangelium: Mt 6,25-34
Predigt: 1 Petr 5,5c-11
Wochenlied: Wer nur den lieben Gott lässt walten (EG 369)

Aktuelle Lesepredigt

Fürbitten für den 15. Sonntag nach Trinitatis
(12. September 2010)

Du Gott aller Gnade,
bei dir ist alle Macht.
Deine Gegenwart richtet die Schwachen auf.
Deine Gerechtigkeit sättigt die Hungrigen.
Deine Barmherzigkeit tröstet die Verachteten.
Zu dir rufen wir:
Sei gnädig und erbarme dich.

Du Gott aller Gnade,
du widerstehst den Hochmütigen.
So bitten wir dich:
verwandele die Herzen derer,
die Hass säen und andere Menschen verachten.
Mache die stark,
die Brücken bauen
und in ihrem Leben Versöhnung üben.
Zu dir rufen wir:
Sei gnädig und erbarme dich.

Du Gott aller Gnade,
erfülle mit deinem Geist alle,
die für Gerechtigkeit und Frieden arbeiten,
alle, die anderen in Not helfen.
Wir bitten dich für die vielen,
die mit Hilfsorganisationen
in den Katastrophengebieten dieser Welt im Einsatz sind,
besonders in Pakistan.
Zu dir rufen wir:
Sei gnädig und erbarme dich.
 
Du Gott aller Gnade,
stehe den Demütigen bei,
stärke diejenigen,
die verzichten, damit andere leben können.
Nimm dich aller an,
die in Not sind.
Erbarme dich der Erwachsenen in ihrer Sorge für ihre Kinder.
Nimm dich unserer Sorge an,
die wir für die Zukunft unserer Gesellschaft haben.
Schütze uns vor der Angst und dem Elend,
das aller Angst folgt.
Zu dir rufen wir:
Sei gnädig und erbarme dich.

Du Gott aller Gnade,
bewahre im Glauben alle,
die sich zu dir bekennen.
Schütze die Verfolgten,
wir bitten dich für die christlichen Gemeinden in Nordkorea.
Stärke uns und unserer Kirche,
sprich du durch unsere Worte.
Handele du durch unsere Taten.
Zu dir rufen wir:
Sei gnädig und erbarme dich.

Du Gott aller Gnade,
richte die Verzweifelten auf,
stärke die Kranken und ihre Angehörigen,
gib den Trauernden Kraft.
Sei du in Jesus Christus der Grund unseres Lebens.
Zu dir rufen wir:
Sei gnädig und erbarme dich.
Amen.

Einführende Informationen zum Wochengebet

Weitere Gebete zu den Sonn- und Festtagen