Leitender Bischof stellte „Kursbuch des Glaubens“ vorAn vielen Stellen bilde der Erwachsenkatechismus einen Konsens innerhalb der evangelischen Kirche ab. Doch er scheue nicht aufzuzeigen, an welchen Stellen die Kirchen noch auf der Suche nach einem Konsens seien. Er gehe dabei Spannungsfeldern nicht aus dem Weg, etwa der Frage nach homosexuellen Partnerschaften oder auch Fragen zur Wirtschafts- und Friedensethik, zur Medizinethik oder zur Biotechnologie.
Erarbeitet wurde der EEK vom Katechismusausschuss der VELKD unter der Leitung von Prof. Dr. Martin Rothgangel (Wien). Auf der Pressekonferenz wies Rothgangel darauf hin, dass die neue Ausgabe das Ergebnis eines intensiven Überarbeitungsprozesses sei, der drei Jahre in Anspruch genommen habe. Mit dem Dreischritt „Wahrnehmung – Orientierung – Gestaltung“ hätten alle Kapitel eine „grundlegende Neugliederung“ erhalten. Unter anderem habe man auch vermehrt empirische Ergebnisse aufgenommen. Zahlreiche Kapitel seien aktualisiert, einige völlig neu bearbeitet worden. Verständlichkeit und Elementarisierung seien der Leitmaßstab gewesen. Schließlich habe sich der Katechismusausschuss entschieden, den EEK mit einem theologisch grundlegenden Kapitel zu eröffnen.
„Der EEK ist ein Nachschlagewerk und auch ein Studienbuch“, führte Rothgangel aus. „Er hat die einzelne Leserin und den einzelner Leser im Blick, wird aber auch im schulischen Unterricht verwendet. Deshalb muss er nutzerorientiert sein. Zu diesem Zweck findet sich ein umfangreiches Register, ein kleines theologisches Lexikon, der farblich abgesetzte Einschub kirchlicher Bekenntnisse und Lehrzeugnisse, aber auch die beigefügte CD-Rom mit der Möglichkeit, den Registerverweisen im Text per Mausklick nachzugehen.“
Der neue Evangelische Erwachsenenkatechismus, stelle sich den Fragen nach dem Woher und Wohin des Lebens, auch des eigenen, nach Ursprung und Ziel der Welt sowie nach dem rechten Handeln und Gestalten. In der Vergangenheit sei in unserem Kulturkreis die Antwort auf solche Fragen vor allem bei den christlichen Kirchen gesucht worden. In unserer heutigen Gesellschaft gebe es eine Vielzahl von religiösen und weltanschaulichen Angeboten, unter denen die Menschen auswählen könnten. „In dieser Situation ist es wichtig, den christlichen Glauben so ins Gespräch zu bringen, dass er verständlich ist und sich für das eigene Leben als weiterführend erweist“, hob der Vorsitzende des Katechismusausschusses hervor. „Deshalb versucht dieses Buch, die Situation des Menschen aufzunehmen, Fragen zu benennen und mit den Antworten des christlichen Glaubens in Beziehung zu bringen. Der christliche Glaube, der hier ins Gespräch gebracht wird, ist in sich vielgestaltig und voller Dynamik: Er begegnet uns als gemeinsamer Glaube der Kirche, wie er im Bekenntnis seinen Niederschlag gefunden hat, und zugleich als persönlicher Glaube mit unterschiedlicher individueller Färbung. Diese Spannung von Einheit und Vielfalt prägt auch dieses Buch. Es lädt dazu ein, angesichts der Herausforderungen des 21. Jahrhunderts und im Blick auf die christliche Überlieferung den eigenen Weg des Glaubens zu gehen.“
Diedrich Steen, Programmleiter im Gütersloher Verlagshaus, würdigte den EEK, der 1975 erstmals erschien und seither mehr als 250.000 verkaufte Exemplare ausweist, als „Flaggschiff“ für das Unternehmen. „Wir sind stolz darauf und glücklich darüber, dieses Buch so lange im Programm haben zu dürfen. Wir danken der VELKD für das Vertrauen und wir freuen uns auf die Zukunft, in der man – ohne Zweifel – wieder von einer neuen Auflage des EEK hören wird.“
Hinweis: Der Evangelische Erwachsenenkatechismus wird herausgegeben von Martin Rothgangel, Manfred Kießig und Andreas Brummer im Auftrag der Kirchenleitung der VELKD. Er ist unter Mitarbeit von Peter Hirschberg, Ingrid Wiedenroth-Gabler, Ralf Tyra, Wiebke Bähnk, Norbert Dennerlein, Heiko Franke, Michael Kuch und Jutta Krämer entstanden. Die Publikation kann über den Buchhandel oder direkt beim Verlag (http://www.guetersloher-verlagshaus.de/isbn=978-3-579-05928-0) erworben werden.