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Vom Sonntag her leben - Die Trinitatiszeit

3. Sonntag nach Trinitatis

Lasst uns essen und fröhlich sein: Schon wieder ist von einem Festmahl die Rede. Traut man den Worten des Evangeliums (Lk 15,1-3.11b-32), so wird das Reich Gottes nicht nur herbei gepredigt und herbei gebetet, sondern auch und vor allem herbei gegessen und -getrunken. Denn: in dem Festmahl, zu dem der Vater seine beiden verlorenen Söhne lädt, werden Liebe, Vergebung, Rechtfertigung allein aus Gnaden konkret. »Dieser nimmt die Sünder an und isst mit ihnen« (V. 2): Das ist der größte — und zugleich schönste — Vorwurf, den sich Jesus gefallen lassen muss. Er zeigt, dass die Rede vom ›Festmahl‹ keineswegs nur bildlich gemeint ist. Im Essen und Trinken hält er leibhaft Gemeinschaft mit uns Zöllnern und Sündern.

Der 3. Sonntag nach Trinitatis steht im Zeichen des Rettung des ›Verlorenen‹. In den Lesungen begegnen uns nicht nur die beiden verlorenen Söhne, sondern auch das verlorene Schaf, der verlorene Groschen (Lk 15,3-10), der verlorene Oberzöllner Zachäus (Lk 19,1-10), das verlorene Volk (Hes 18,1-4.21-24-30-32) — wobei die alttestamentliche Lesung zugleich eindringlich uns Gottlose einzeln zur Umkehr auffordert; denn auf die sauren Trauben, die unsere Väter gegessen haben, können wir uns nicht länger berufen. Und die Epistel 1 Tim 1,12-17 bringt das alles sozusagen auf den christologischen Begriff: Jesus Christus ist gekommen, »um die Sünder selig zu machen«.

Recht überzeugend fasst das diesmal das dritte Tagesgebet in Worte: »Jesus Christus, du freust dich über das Verlorene, das du wiederfindest. Wir lassen uns anstecken von dieser Freude, wir lassen uns einladen zu deinem Fest«. In großen Bildern redet der Eingangspsalm von der gleichen Sache: »So fern der Morgen ist vom Abend, lässt er unsre Übertretungen von uns sein« (Ps 103).

Liturgische Farbe: grün
Evangelium: Lk 15,1-3.11b-32
Predigt: Lk 15,1-7(8-10)
Wochenlied: Allein zu dir, Herr Jesu Christ (EG 232)

Wochengebet für den 3. Sonntag nach Trinitatis
(10. Juli 2011)

Barmherziger Gott, gütiger Vater,
geduldig bist du.
Mit Langmut wartest du auf uns.
Dankbar schauen wir zurück.
Du hast uns bewahrt.
So bitten wir dich:
Schau mit Freundlichkeit auf alle,
die auf der Suche sind.
Gib ihnen Orientierung.
Breite deine Arme aus und komme ihnen entgegen.
Wir bitten dich:
Erhöre uns.

Barmherziger Gott, gütiger Vater,
gerecht bist du.
Du vergibst und befreist von Schuld.
So bitten wir dich:
Schenke Versöhnung, wo Hass herrscht.
Schaffe Frieden, wo Krieg und Gewalt toben.
Du kennst die Orte,
du weißt die Namen.
Mache die Friedensstifter stark.
Erfülle die Herzen der Mächtigen mit dem Wunsch,
dir und den Menschen zu dienen.
Breite deine Arme aus und rufe uns alle zur Umkehr.
Wir bitten dich:
Erhöre uns.

Barmherziger Gott, gütiger Vater,
voller Liebe bist du.
Du stehst den Schwachen bei und schützt die Armen.
So bitten wir dich:
Behüte die Flüchtlinge auf ihren gefährlichen Wegen.
Öffne ihnen die Grenzen.
Behüte die Obdachlosen,
Du kennst die Vielen,
die nach den Katastrophen der letzten Monate in Notunterkünften leben.
Stärke sie in ihrem neuen Beginnen.
Tröste die Kranken und die Trauernden.
Breite deine Arme aus und nimm sie unter deinen Schutz.
Wir bitten dich:
Erhöre uns.

Barmherziger Gott, gütiger Vater,
geduldig bist du.
Du vertraust uns dein Wort an und erträgst die Irrwege deiner Kirche.
So bitten wir dich:
Wecke in uns die Sehnsucht nach deinem Wort.
Gib deiner Kirche Mut.
Segne unsere Gemeinde und die Gemeinden in unserer Nachbarschaft.
Lass uns gemeinsam das Fest des Glaubens
in deiner ewigen Gegenwart feiern.
Breite deine Arme aus und nimm uns in deinem Haus auf.
Wir bitten dich:
Erhöre uns – im Vertrauen auf Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn.
Amen.

Einführende Informationen zum Wochengebet

Weitere Gebete zu den Sonn- und Festtagen