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Vom Sonntag her leben - Die Trinitatiszeit

6. Sonntag nach Trinitatis

Begraben in den Tod: An diesem Sonntag geht es — ähnlich wie am 1. Sonntag nach Epiphanias — um die Taufe. Nicht zuerst das Evangelium Mt 28,16-20, der österliche Missions- und Taufbefehl Jesu, sondern die Epistel Röm 6,3- 8(9-10) bestimmt den Charakter dieses Sonntags. Und Paulus macht es uns nicht leicht mit seiner Taufrede: Die Taufe ist, so lässt er uns wissen, ein feierliches Begräbnis. Begraben wird der ›alte‹, unter die Sünde versklavte Mensch. Denn: Nur wer mit Christus stirbt, wird frei für das neue Leben. Schwer zu predigen, wenn Eltern mit ihren unmündigen Kindern am Taufstein stehen!

Da bereitet die alttestamentliche Lesung aus Jes 43,1-7 auf den ersten Blick weniger Probleme: »Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!« Der zweite Blick zeigt freilich, dass auch hier — es geht um die Erlösung Israels! — Tod und Leben eng beieinander stehen: Von Wasserströmen und Feuerflammen ist die Rede, auch vom Preis, den andere Völker für die Errettung des Gottesvolkes zahlen müssen. Nicht nur schwer zu predigen, sondern auch schwer zu beten: Einzig das erste Tagesgebet nimmt den Gedanken der ›neuen Geburt‹ ausdrücklich auf. Das zweite weicht allen Problemen schöpfungstheologisch aus: »...du hast uns in der Taufe zu deinem Eigentum erklärt.« Nachdenkliche, befreiende Bilder findet das dritte: »Jesus Christus, du Tor zum Leben ... du Tür zu neuen Räumen, wo sich Leben entfalten kann.« Ja, das ist Taufe auch.

Liturgische Farbe: grün
Evangelium: Mt 28,16-20
Predigt: 5 Mose 7,6-12
Wochenlied: Ich bin getauft auf deinen Namen (EG 200)

Wochengebet für den 6. Sonntag nach Trinitatis
(31. Juli 2011)

Jesus Christus,
unser Bruder und Freund,
unser Herr und Gott,
du hast die Kinder zu dir gerufen und sie angerührt.
Wir danken dir für unsere Kinder.
Wir bitten dich für die Kinder in aller Welt.
Nimm dich ihrer an,
bewahre sie in Hunger und Not,
lindere ihre Angst,
beschütze sie  vor Verletzung und Missbrauch,
lass sie das Geheimnis deiner göttlichen Liebe erkennen.
Leite sie auf deinen Wegen.
Segne sie – denn sie sind dein.

Du hast den Deinen deinen Geist gegeben,
damit sie zu Zeugen deines Friedens werden.
Wir danken dir für alle Zeichen der Versöhnung,
wir danken dir für alle,
die sich um des friedlichen Zusammenlebens der Menschen willen
selbst nicht schonen.
Wir bitten dich,
nimm dich ihrer an.
Mache sie für die Worte des Hasses und der Verachtung anderer taub.
Öffne ihre Augen für die Zeichen deiner göttlichen Liebe.
Leite sie auf deinen Wegen.
Segne sie – denn sie sind dein.

Du hast die Deinen gelehrt,
damit sie und alle Welt nach deinem Willen leben.
Wir danken dir für alle,
die Kranke pflegen,
Trauernde trösten,
Bedürftigen helfen,
die Mächtigen nicht fürchten
und dem Bösen widerstehen.
Wir bitten dich,
nimm dich ihrer an.
Mache sie geduldig.
Schenke ihnen Mut und Gelassenheit.
Erfülle ihre Herzen mit der Sehnsucht nach deiner göttlichen Liebe.
Leite sie auf deinen Wegen.
Segne sie – denn sie sind dein.

Jesus Christus,
Bruder und Freund,
unser Herr und Gott.
Dir ist gegeben alle Macht, im Himmel und auf Erden.
Deine Kirche überdauert alle Zeiten.
Wir danken dir für alle,
die vor uns waren und
von denen wir den Glauben an dich geerbt haben.
Wir bitten dich für alle,
mit denen wir im Glauben an dich verbunden sind,
für alle, die in diesen Tagen getauft werden.
Lass uns mit ihnen zusammen dich loben.
Verwandle uns durch deine göttliche Liebe.
Leite uns auf deinen Wegen.
Segne uns – denn wir sind dein.
Amen.

Einführende Informationen zum Wochengebet

Weitere Gebete zu den Sonn- und Festtagen