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Vom Sonntag her leben - Die Trinitatiszeit

7. Sonntag nach Trinitatis

Wo kaufen wir Brot? Dem Taufsonntag folgt der Abendmahlssonntag. Das Evangelium Joh 6,1-15 erzählt die Geschichte von der Speisung der Fünftausend in der Fassung des Johannes. Eine Geschichte voll tiefgründiger Bilder und Bezüge: der Berg, das Kind mit den fünf Broten und zwei Fischen, die zwölf Körbe, die übrigbleiben. Jesus, der die Brote nimmt, dankt (Eucharistie!) und teilt. An das ›Vorbild‹ dieser Geschichte erinnert die alttestamentliche Lesung von der Speisung des Volkes Israel in der Wüste (2 Mose 16,2-3.11-18): »Siehe, ich will euch Brot vom Himmel regnen lassen...«

Die Epistel Apg 2,41a.42-47 erzählt, wie die Geschichte weitergeht, nach Ostern und Pfingsten: »...und brachen das Brot hier und dort in den Häusern, hielten die Mahlzeiten mit Freude und lauterem Herzen«. Wieder einmal wird deutlich: Das Christentum tritt als Ess- und Trinkgemeinschaft — als eine Mahlgemeinschaft — in die Geschichte ein, nicht zuerst als eine Lehrveranstaltung oder Diskussionsrunde. Dazu stimmt der Eingangspsalm 107 mit seiner Antiphon: »Die Elenden sollen essen, dass sie satt werden...« (Ps 22,27).

Der Wochenspruch Eph 2,19 schlägt den Bogen zur Epistel des 2. Sonntags nach Trinitatis, an dem ebenfalls eine Mahlgeschichte im Mittelpunkt steht: Nicht mehr Gäste und Fremdlinge seid ihr, sondern Mitbürger und Hausgenossen. Zweites und drittes Tagesgebet thematisieren Christus als »Brot des Lebens« und geben damit die Richtung für eine mögliche Auslegung der Lesungen an: »Jesus Christus, du stillst unsere Sehnsucht nach Leben, von dir kommt das Brot, das den Hunger vertreibt.«

Liturgische Farbe: grün
Evangelium: Joh 6,1-15
Predigt: Joh 6,30-35
Wochenlied: Das sollt ihr, Jesu Jünger, nie vergessen (EG 221)

Wochengebet für den 7. Sonntag nach Trinitatis
(7. August 2011)

Gott, du Quelle des Lebens,
du gibst uns, noch bevor wir dich bitten.
Du sättigst unseren Hunger nach Brot und nach dem Leben.
Du weckst in uns den Hunger nach dir.
Mit Dank für alles Gut,
das du in unseren Händen zum täglichen Brot werden lässt,
rufen wir dich an:
Erbarme dich.

Gott, du Quelle des Lebens,
wir bitten dich um Brot für die Hungernden.
Erbarme dich der Menschen am Horn von Afrika.
Erbarme dich der Waisenkinder in den Lagern.
Erbarme dich aller, die vor dem Hunger in ihrer Heimat fliehen.
Behüte sie und rette sie.
Gib der Arbeit der Hilfsorganisationen Erfolg.
Wir rufen dich an:
Erbarme dich.

Gott, du Quelle des Lebens,
wir bitten dich um Gerechtigkeit.
Wecke in den Mächtigen die Sehnsucht nach Gerechtigkeit.
Lenke ihr Handeln, damit sie überall für menschenwürdige Verhältnisse sorgen.
Rufe sie zur Umkehr und halte ihnen deine Weisungen vor Augen.
Wir rufen dich an:
Erbarme dich.

Gott, du Quelle des Lebens,
wir bitten dich um Heil für deine Schöpfung.
Sei mit deiner heilenden Gegenwart in Fukushima,
sei mit deinem Heil da,
wo unser Handeln deine Schöpfung zerstört.
Höre das Seufzen der Kreatur.
Wir rufen dich an:
Erbarme dich.

Gott, du Quelle des Lebens,
wir bitten dich um deine liebende Nähe
für alle, die auf Reisen sind.
Sei mit deiner Hilfe bei den Kranken und Sterbenden.
Tröste die Trauernden.
Halte unsere Verstorbenen in deinen liebenden Händen.
Wir rufen dich an:
Erbarme dich.

Gott, du Quelle des Lebens,
wir bitten dich um das Brot des Lebens für deine Kirche.
Vereine alle, die an dich glauben.
Lass das gebrochene Brot des Heiligen Mahles zum Zeichen der Einheit in Christus werden, damit die Welt an dich glaubt.
Stärke uns durch das Brot des Lebens.
Öffne unsere Herzen und Hände,
damit wir mit den Hungernden teilen.
Wir rufen dich an:
Erbarme dich.

Gott, du Quelle des Lebens.
Christus, du Brot des Lebens.
Heiliger Geist, du Trost der Hungernden, dir vertrauen wir uns an.
Amen.

Einführende Informationen zum Wochengebet

Weitere Gebete zu den Sonn- und Festtagen