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Vom Sonntag her leben - Der Osterfestkreis - Die Passionszeit

Aschermittwoch

Die Bezeichnung dieses Tages, mit dem die Feier der Vierzig Tage nach katholischem wie evangelischem Brauch beginnt, weist zurück auf die altkirchliche Bußpraxis: Die öffentlichen Büßer legten zu Beginn ihrer vorösterlichen Bußzeit ein Bußgewand an und wurden mit Asche — seit altersher ein Zeichen der Buße — bestreut. Vermutlich aus Solidarität mit den Büßern beteiligten sich mehr und mehr auch die anderen Gläubigen an diesem Aschenritus, der sich in der katholischen Liturgie bis heute erhalten hat.

Das Evangelische Gottesdienstbuch schlägt vor, den Aschermittwoch mit einem Bußgottesdienst oder der Feier der Gemeindebeichte zu begehen. Die liturgischen Texte, die mit denen des Sonntags Invokavit getauscht werden können, thematisieren die Motive der Buße, des Fastens und des christlichen Lebens (so die Epistel 2 Petr 1,2-11).

»Bekehrt euch zu mir von ganzem Herzen mit Fasten, mit Weinen, mit Klagen!« heißt es in der alttestamentlichen Lesung (Joel 2,12-18[19]), und im Evangelium Mt 6,16-21 warnt Jesus die Jünger vor einer falschen, heuchlerischen Fastenpraxis, die darauf aus ist, Eindruck bei den Menschen zu schinden. Das dritte Tagesgebet nimmt ausdrücklich auf die Karnevalszeit Bezug, die mit diesem Tag zu Ende geht: »Gott, du Schöpfer und Herr der Zeiten, nach der Zeit fröhlicher Ausgelassenheit wird uns bewusst, was unser Leben beschwert...«

Liturgische Farbe: violett
Evangelium: Mt 6,16-21
Predigt: 2.Kor 7,8-10 (11-13a) 
Wochenlied:  Lasset uns mit Jesus ziehen (EG 384)

Fürbitten für den Aschermittwoch
(22. Februar 2012)

Gnädiger Gott,
du schaust uns tiefer ins Herz als alle Menschen.
Vor dir ist nichts verborgen.
Du kennst unsere Hoffnungen und Verfehlungen.
Du kennst unsere Sehnsüchte und unser Versagen.
Du kennst unsere Verkrümmungen,
unsere Wunden,
unsere Schuld.
Wir bitten dich:
Leite uns durch die kommenden Wochen.
Öffne unsere Herzen und unsere Hände.
Finde uns und erfülle uns mit deiner Liebe.
Du Gott der Versöhnung:
Erhöre uns.

Gnädiger Gott,
du schaust den Mächtigen ins Herz.
Vor dir ist nichts verborgen.
Du kennst ihre Interessen und ihre Verantwortung.
Du kennst ihre Ängste und ihre Not.
Du kennst ihre Anfälligkeiten,
ihre Verstrickungen,
ihre Schuld.
Wir bitten dich:
Leite sie durch die kommenden Wochen.
Öffne ihnen Herz und Hände.
Bewege sie, dir und den Menschen zu dienen.
Erfülle sie mit deiner Liebe.
Du Gott der Versöhnung:
Erhöre uns.

Gnädiger Gott,
du schaust den Hungernden und Verzweifelten ins Herz.
Vor dir ist nichts verborgen.
Du kennst ihre Hoffnung.
Du kennst ihre Trauer.
Du kennst ihre Mutlosigkeit.
Wir bitten dich:
Leite sie durch die kommenden Wochen.
Tröste und stärke sie.
Gib ihnen Brot und Frieden.
Erfülle sie mit deiner Liebe.
Du Gott der Versöhnung:
Erhöre uns.

Gnädiger Gott,
du schaust deinen Gläubigen ins Herz.
Vor dir ist nichts verborgen.
Du kennst ihren Kleinglauben und ihre Selbstbezogenheit.
Du kennst ihre Zuversicht und ihr Vertrauen.
Du kennst ihre Zerrissenheit,
ihre Starrheit,
ihre Gleichgültigkeit,
ihre Schuld.
Leite deine Kirche durch die kommenden Wochen.
Bewege sie, dich zu suchen und auf dein Wort zu hören.
Erfülle sie mit deiner Liebe.
Du Gott der Versöhnung:
Erhöre uns.

Gnädiger Gott,
geleite,
ermahne uns,
erlöse uns und deine Welt,
durch Jesus Christus, deinen Sohn.
Amen.

Einführende Informationen zum Wochengebet

Weitere Gebete zu den Sonn- und Festtagen