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Vom Sonntag her leben - Der Osterfestkreis

Die Österliche Freudenzeit

Mit der Feier der Osternacht beginnt der zweite Teil des Osterfestkreises, die Österliche Freudenzeit. Sie dauert fünfzig Tage (griechisch: Pentekoste; lateinisch: Quinquagesima) und endet mit dem Pfingstsonntag, dem ›fünfzigsten Tag‹ nach Ostern. Die ganze Zeit galt in der frühen Kirche gleichsam als ein einziger, ungeteilter Festtag, inhaltlich bestimmt durch das österliche Geheimnis des Hinübergangs Jesu — und mit ihm der Christen — durch den Tod in das Leben. Seit dem Ende des 4. Jh. steht der ›fünfzigste Tag‹ im Zeichen der Ausgießung des Heiligen Geistes — als Erfüllung und Besiegelung der österlichen Ereignisse. Pfingsten entwickelt sich schließlich zu einem eigenständigen Fest mit einer eigenen Festwoche (Pfingstwoche).

Besondere Bedeutung besitzt in der frühen Kirche die Woche nach Ostern (Osteroktav, Weiße Woche), in der Gottesdienste und Predigten (Katechesen) für die Neugetauften gehalten werden. In Jerusalem kommt man in dieser Woche täglich in der Himmelfahrtskirche zusammen, um die Erhöhung Christi zu feiern. Seit dem 4. Jh. wird es üblich, gemäß der lukanischen Chronologie den 40. Tag nach Ostern — den Donnerstag vor dem 6. Sonntag nach Ostern — als Tag der Himmelfahrt Christi zu begehen.

Die liturgische Farbe der Osterzeit ist weiß. Während der Gottesdienste bis zum Pfingstsonntag brennt die Osterkerze, die früher vielfach bereits nach dem Evangelium des Himmelfahrtstages gelöscht wurde. Kennzeichnend für die Osterzeit ist der doppelte Hallelujavers mit dem entsprechend wiederholten Halleluja (durchgängig dabei an zweiter Stelle stets der Ostergruß: »Der Herr ist auferstanden...«).