Das Bild vom Weizenkorn wird zum Gleichnis für das Leben in der Christus-Nachfolge. Es erinnert zugleich an die Geschichte von der Speisung der Fünftausend (Joh 6,1-15), die früher hier als Evangelium gelesen wurde und auf die die Predigttexte der Reihen III und V (Joh 6,55-65: »Brot, das vom Himmel gekommen ist«; 6,47-51: »Ich bin das Brot des Lebens«), vor allem aber die beiden ersten Tagesgebete ausdrücklich noch Bezug nehmen: »Du hast, reicher Gott, dein hungerndes Volk in der Wüste gesättigt ... Sättige uns mit dem Brot des Lebens«. Auch das erste Wochenlied (»Korn, das in die Erde«, EG 98) nimmt das Bild vom Weizenkorn auf.
Seit dem 16. Jh. ist die Sitte bezeugt, am Sonntag Lätare keine violetten, sondern rosafarbene liturgische Gewänder zu tragen. Der Papst weihte an diesem Tag (dem ›Rosensonntag‹) eine goldene Rose, die er an hervorragende Persönlichkeiten vergab. In der alten Kirche wurde am 4. Fastensonntag an den Taufkandidaten der Effata-Ritus (›Öffnung der Ohren‹; vgl. Mk 7,32ff.) vollzogen.
Liturgische Farbe: violett
Evangelium: Joh 12,20-26
Predigt: Joh 6,55-65
Wochenlied: Jesu, meine Freude (EG 396)
Jesus Christus,
du hast Trost.
Trotz Angst und Schrecken bleibst du unsere Freude.
Wir bitten dich:
Hilf und komme mit deinem Trost.
Vor dich bringen wir die Angst dieser Tage:
Die Angst der Menschen in Japan,
die Angst der Eltern, die nicht wissen, wie sie die Gesundheit ihrer Kinder vor Strahlenbelastung schützen können;
die Angst der Männer, die ihre Gesundheit und ihr Leben opfern, um die Katastrophe von Fukushima zu begrenzen;
die Angst vor den Folgen unseres Tuns.
Du hast gesagt:
„In der Welt habt ihr Angst, aber ich habe die Welt überwunden.“
So bitten wir dich:
Hilf und komme mit deinem Trost.
Vor dich bringen wir die Verzweiflung dieser Tage:
Die Verzweiflung der Menschen, die alles verloren haben;
die Verzweiflung bei der Suche nach vermissten Angehörigen;
die Verzweiflung der Flüchtlinge, die alles zurückgelassen haben,
die Verzweiflung in den von Erdebeben verwüsteten Gebieten in Japan, Neuseeland, Haiti;
die Verzweiflung inmitten von Krieg, in Libyen, in Afghanistan, im Irak;
Du hast gesagt:
„Ich bin euer Friede.“
So bitten wir dich:
Hilf und komme mit deinem Trost.
Vor dich bringen wir die Enttäuschungen dieser Tage:
Die Enttäuschung über die Entscheidungen der Mächtigen;
die Enttäuschung über Lügen, über falsche Versprechen;
die Enttäuschung über unser eigenes Versagen.
Du hast gesagt:
„Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“
So bitten wir dich:
Hilf und komme mit deinem Trost.
Vor dich bringen wir die Hoffnungen dieser Tage:
Die Hoffnung auf Umkehr;
die Hoffnung auf gelingende Zusammenarbeit;
die Hoffnung auf Heilung für unsere Kranken,
die Hoffnung auf Versöhnung.
Du hast gesagt:
„Ich bin das Licht der Welt.“
So bitten wir dich:
Hilf und komme mit deinem Trost.
Vor dich bringen wir den Glauben deiner Gemeinde:
Den Glauben der Gemeinden in Japan, deren Kirchen in Trümmern liegen;
den Glauben der Christen in Ägypten, die neue Hoffnung schöpfen;
den Glauben der verfolgten Gemeinden überall auf der Welt;
den Glauben in unserer Gemeinde und in den benachbarten Gemeinden.
Du hast gesagt:
„Euer Herz erschrecke nicht!“
So bitten wir dich:
Hilf und komme mit deinem Trost.
Amen.
Einführende Informationen zum Wochengebet
Weitere Gebete zu den Sonn- und Festtagen