Härter ist der Ruf in die Nachfolge selten formuliert worden und man darf sich nicht wundern, dass die Tagesgebete nur sehr verhalten darauf antworten: Das erste bittet für alle, »die gebeugt sind von Schuld und Leid«, das zweite artikuliert »die Angst, allein zu sein« (ohne die bergende Gemeinschaft eines ›Hauses‹?), und das dritte ruft zum Glaubenswagnis »aller Unsicherheit zum Trotz.« Einen Schritt weiter geht die Epistel Eph 5,1-8a, wenn sie die neue ›Hausordnung‹ für die Kinder Gottes formuliert; aber auch hier findet sich die Warnung vor falscher Hausgenossenschaft (V. 7). Was man sich dabei alles einbrocken kann — und was einem Gott unterwegs so alles einbrockt (V. 6!) -, davon erzählt die alttestamentliche Lesung von der Flucht Elias durch die hauslose Wüste (1 Kön 19,1- 8[9-13a]).
Liturgische Farbe: violettGott, Schöpfer der Welt,
Quelle des Lebens,
Zuflucht der Verfolgten,
Du Kraft zum Guten.
Höre uns, wenn wir zu dir rufen.
Höre und erbarme dich.
Gott, Schöpfer der Welt.
Deine Schöpfung seufzt.
Die Erde in Fukushima seufzt,
das verstrahlte Meerwasser seufzt,
die Tiere seufzen,
die überfluteten und zerstörten Ortschaften,
die freiwilligen Helfer,
die obdachlosen Familien,
die Menschen in Japan -
sie alle seufzen und sehnen sich nach Erlösung.
Nimm dich ihrer an.
Schenke ihnen neuen Lebensatem.
Schenke ihn heute und morgen und alle Tage.
Höre uns, wenn wir zu dir rufen.
Höre und erbarme dich.
Gott, Quelle des Lebens.
Die Großen dieser Welt halten sich für die Herren über Leben und Tod.
Sie geben Brot oder verweigern es.
Sie öffnen Grenzen oder schließen sie.
Sie sprechen Recht oder schwören Meineide.
Sie haben Waffen.
Sie haben Geld.
Sie haben Macht.
Rühre sie an.
Bewege ihre Herzen.
Lass sie deine Gebote erkennen heute und morgen und alle Tage.
Höre uns, wenn wir zu dir rufen.
Höre und erbarme dich.
Gott, Zuflucht der Verfolgten.
Die Verachteten und Gedemütigten suchen Hilfe.
Die Flüchtlinge suchen einen friedlichen Ort zum Leben.
Die Hungernden suchen Brot für sich und ihre Kinder.
Die Geschlagenen suchen Beistand.
Stehe ihnen bei.
Bewahre sie in ihrem Elend.
Sei ihr Schutz heute und morgen und alle Tage.
Höre uns, wenn wir zu dir rufen.
Höre und erbarme dich.
Gott, Du Kraft zum Guten.
Deine Kirche hofft auf dich.
Die Verfolgten hoffen auf dein Eingreifen.
Pastor Youcef Nadarkhani im Iran hofft in seiner Todeszelle auf dein Eingreifen.
Alle, die für Versöhnung und Frieden arbeiten, hoffen auf dich.
Die Trauernden hoffen auf dich.
Wir hoffen auf dich.
Beschütze sie alle.
Schenke uns und allen, die zu uns gehören, deinen Frieden.
Breite deinen Frieden aus heute und morgen und alle Tage.
Höre uns, wenn wir dich durch Jesus Christus bitten.
Höre uns, wenn wir zu dir rufen.
Höre und erbarme dich.
Amen.
Einführende Informationen zum Wochengebet
Weitere Gebete zu den Sonn- und Festtagen