Die alttestamentliche Lesung 4 Mose 11,1-12.14-17.24-25 erzählt eine Pfingstgeschichte, die sehr viel Erdberührung hat. Von der Regression des Volkes ist da die Rede (»wie eine Amme ihr Kind trägt«, V. 12), von der Depression des Mose (»so töte mich lieber«, V. 15), schließlich von der ›Demokratisierung‹ des Gottesgeistes: Von Mose wird er genommen und unter das Volk verteilt (V. 17). Ebenso groß wie unbestimmt und unbestimmbar klingt dagegen das Evangelium auf den Pfingsttag (Joh 14,23-27): Der Tröster, der heilige Geist, »der wird euch alles lehren und an alles erinnern« (V. 26).
Die Tagesgebete nehmen diese Geschichten, Gedanken, Bilder auf. Dicht an den Texten bleibt das dritte Gebet: »Tröster-Geist und Gottes- Feuer, Lebenskraft bist du in allen Geschöpfen«. Das zweite Gebet erinnert an den ›Geburtstag der Kirche‹: »Dies ist der Tag, an dem wir gerufen werden, deine Kirche zu sein«. Glut, Licht, Glanz, Liebe, Leben, Trost: Das sind die Pfingstworte, die das Wochenlied EG 125 zum Klingen bringt. Der Eingangspsalm 118 schlägt noch einmal österliche Töne an (»Dies ist der Tag, den der Herr macht«), und auch die Präfation weiß, dass sich zu Pfingsten »das österliche Geheimnis vollendet«.
Dazu stimmt das, was wir über die Geschichte des Pfingstfestes wissen: Am ›fünfzigsten Tag‹ wird ursprünglich die Osterzeit festlich abgeschlossen. Erst mit dem Ende des 4. Jh. gewinnt Pfingsten mehr und mehr den Charakter eines eigenständigen Festes. Später wird es mit einer eigenen Festwoche (Festoktav) ausgestattet, eine Entscheidung, die die katholische Kirche in ihrer jüngsten Kalenderreform wieder zurückgenommen hat.
Liturgische Farbe: rot
Evangelium: Joh 14,23-27
Predigt: 1 Kor 2,12-16
Wochenlied: Komm, Heiliger Geist, Herre Gott (EG 125)
Aktuelle Lesepredigt
Komm Heiliger Geist,
Komm und begeistere die Herzen der Menschen.
Komm und erneuere die Welt durch deine Gaben.
Komm Heiliger Geist,
komm und tröste.
Dein Trost erneuere alle,
die in Not und Verzweiflung gefangen sind.
Richte mit deinem Trost die auf,
die sich in diesen sommerlichen Tagen nicht freuen,
richte auf, die verzweifelt sind,
richte auf, die vom Tod betroffen sind,
richte auf, die von Katastrophen heimgesucht wurden,
richte auf, die den Sinn ihres Lebens nicht mehr erkennen können.
Wir bitten dich:
Komm Heiliger Geist, komm mit deinen Gaben.
Komm Heiliger Geist,
komm und lehre.
Deine Weisheit erfülle die Herzen der Menschen,
die über das Leben anderer bestimmen.
Berate und leite die politisch Verantwortlichen
in ihren Entscheidungen für das Zusammenleben der Völker
in Europa und in der ganzen Welt.
Berate und leite die wirtschaftlich Mächtigen in ihrem Handeln.
Berate und leite alle,
die unterrichten und andere Menschen beurteilen.
Berate und leite alle,
die neue Erkenntnisse suchen und die Welt erforschen.
Wir bitten dich:
Komm Heiliger Geist, komm mit deinen Gaben.
Komm Heiliger Geist,
komm und erleuchte.
Dein Licht strahle im Leben der Menschen,
die Finsternis niederdrückt.
Dein Licht strahle im Leben der Menschen,
die dich suchen.
Dein Licht strahle im Zusammenleben der Menschen.
Dein Licht strahle in unserem Leben und im Leben aller,
die wir lieben und die uns anvertraut sind.
Wir bitten dich:
Komm Heiliger Geist, komm mit deinen Gaben.
Komm Heiliger Geist,
komm und entzünde in uns das Feuer deiner Liebe.
Komm und erfülle deine Kirche.
Komm und reinige sie.
Komm und eine sie.
Komm und erneuere sie.
Im Vertrauen auf Jesus Christus bitten wir dich:
Komm Heiliger Geist, komm mit deinen Gaben.
Amen.
Einführende Informationen zum Wochengebet
Weitere Gebete zu den Sonn- und Festtagen