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Vom Sonntag her leben - Der Osterfestkreis - Die Passionszeit

2. Sonntag der Passionszeit: Reminiszere

Gedenke, Herr, an deine Barmherzigkeit: Angesichts der harten Geschichte von den »bösen Weingärtnern«, die das Evangelium erzählt (Mk 12,1-12; dazu als alttestamentliche Lesung das Weinberglied Jes 5,1-7), drängen sich einem diese Worte aus der Antiphon zum Eingangspsalm (Ps 25,6 in Verbindung mit Ps 10), denen der Sonntag seinen Namen verdankt, nachdrücklich auf die Lippen. Es geht ja nicht an, dieses Gleichnis nur auf das Versagen der Führer des ersten Bundesvolkes zu beziehen; heute und hier im Gottesdienst gelesen, werden damit auch Christenheit und Kirche getroffen.

Erstes und zweites Tagesgebet stellen sich solchem Anruf: »Gott, du hast täglich Grund, uns zu zürnen ... Lass uns nicht versinken in den Folgen unserer Eigenmächtigkeit.« Das Wochenlied EG 366 nimmt diese Töne auf: »...und flehen um Begnadigung und aller Strafen Linderung«. Das dritte Tagesgebet lenkt demgegenüber den Blick eher nach draußen — auf die »Mächte ... die die Herrschaft in der Welt an sich reißen«, und schlägt damit eine andere Auslegung vor. Einen starken Kontrapunkt zum Evangelium setzt diesmal die ›evangelische‹ Epistel Röm 5,1-5(6-11): »Da wir nun gerecht geworden sind durch den Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch unsern Herrn Jesus Christus«.

Liturgische Farbe: violett
Evangelium: Mk 12,1-12
Predigt: Mt 12,38-42
Wochenlied: Wenn wir in höchsten Nöten sein (EG 366)

Fürbitten für den 2. Sonntag der Passionszeit: Reminiszere
(20. März 2011)

Liebender Gott,
du Trost unseres Lebens.
Erschüttert von den Nachrichten aus Japan  rufen wir dich an:
Steh den Menschen in Japan bei.
Bewahre sie inmitten der Zerstörung und der Gefahr.
Behüte ihre Seelen im Angesicht der Bilder des Grauens.
Trockne die Tränen der Verzweiflung.
Tröste du, wo kein menschlicher Trost genügen kann:
Tröste sie in ihrer Suche nach vermißten Angehörigen.
Tröste sie in der Trauer um ihre Toten.
Tröste sie in ihrer Angst vor Verstrahlung und neuen Erdbeben.
Nimm dich Japans an, du liebender Gott,
du Trost unseres Lebens
Wir rufen dich an: Erbarme dich!

Heiliger Gott,
du Quelle allen Lebens.
Erschrocken vor den Folgen unserer menschlichen Tuns
rufen wir dich an.
Leite uns Menschen zu Umkehr.
Bewahre deine Schöpfung.
Höre ihr Seufzen.
Heile du die Wunden, die wir nicht heilen können.
Heile, wo Menschen und Länder verstrahlt wurden.
Heile, wo wir Flüsse und Meere vergiften.
Heile, wo wir Wälder zerstören.
Gib deine Schöpfung nicht preis, du Gott des Lebens.
Wir rufen dich an: Erbarme dich!

Du Gott der Gerechtigkeit.
Bewegt von der Kraft der Versöhnung:
Rufen wir dich für die Menschen in Libyen an.
Hindere du das Morden.
Erfülle du die Sehnsucht nach Gerechtigkeit.
Gib den Politikern Weisheit.
Schaffe in dieser Welt deinem Frieden Raum, du Gott der Gerechtigkeit..
Wir rufen dich an: Erbarme dich! 

Barmherziger Gott,
du Ziel allen Lebens.
Verbunden mit allen, die in aller Welt an dich glauben,
rufen wir dich an.
Gedenke der Verfolgten.
Sei du ihr Anwalt, wo wir nicht gehört werden.
Steh du den Gemeinden in Orissa in Indien bei,
Stärke die irakischen Christen.
Verlass deine Gläubigen nicht, du barmherziger Gott.
Wir rufen dich an: Erbarme dich!

Gnädiger Gott,
dankbar für allen Segen bitten dich:
Behüte die Kranken und Trauernden in unserer Gemeinde.
Nimm dich unserer Kinder an.
Bleib mit deiner Gnade bei uns, du Gott des Lebens.
Wir rufen dich an: Erbarme dich!
 
Du dreieiner Gott,
du Schöpfer des Lebens,
du Erlöser der Welt,
du Kraft der Liebe.
Dir vertrauen wir uns an, heute und alle Tage. Amen.

Die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland hat vorgeschlagen, am Sonntag Reminiszere in der Fürbitte in besonderer Weise der verfolgten und bedrängten Christen in der Welt zu gedenken. In diesem Jahr wird vor allem die Fürbitte für die Christinnen und Christen in Indien erbeten.

Hinweise für die Fürbitte und weiteres Material von der EKD

Weitere Gebete zu den Sonn- und Festtagen

Einführende Informationen zum Wochengebet